Bürgerjournalismus erlebt derzeit eine Blüte durch die neuen Formen der Publikationsmöglichkeiten im Internet, insbesondere durch Weblogs. Als
ein Vorläufer gelten die alternativen Stadtzeitungen der 70er und 80er Jahre, ebenso die Freien Radios der 80er Jahre.
Der Begriff
Bürgerjournalismus stammt aus dem Bereich der us-amerikanischen Publizistik. Das partizipative Element betont der norwegische Friedensforscher Johan Galtung, der ein Konzept für einen friedensfördernden Journalismus entwickelt hat.
Definition Eine gängige Definition für partizipativen Journalismus von Shayne Bowman und Chris Willis lautet übersetzt:
"Partizipativer Journalismus ist die Tätigkeit eines Bürgers oder einer Gruppe von
Bürgern, die eine aktive Rolle im Prozess der Recherche, des Berichtens, des Analysierens sowie des Verbreitens von Nachrichten und Informationen einnehmen. Ziel dieser Partizipation ist die Bereitstellung von unabhängigen,
verlässlichen, genauen, ausführlichen und relevanten Informationen, die eine Demokratie benötigt." The act of a citizen, or group of citizens, playing
an active role in the process of collecting, reporting, analyzing and disseminating news and information. The intent of this participation is to provide independent, reliable, accurate, wide-ranging and relevant information that a
democracy requires. (Shayne Bowman, Chris Willis: We Media - How audiences are shaping the future of news and information. Juli 2003, S. 9)
Abgrenzung
Amateurreporter, die der Bild wie Paparazzi per Handy Sensationsjournalismus liefern, sind etwas anderes. Die Journalistenverbände
befürchten, dass Laienreporter wie bei der Bild-Zeitung den Druck auf die Redakteure verschärfen. Von bezahltem Journalismus können immer weniger Journalisten leben (vgl. die Studie zur Situation der Journalisten in der Bundesrepublik
von Siegfried Weischenberg). Wo Redakteure immer schlechter bezahlt und mit Arbeit überladen werden, PR und andere Abhängigkeiten an die Stelle des Journalismus treten, können unabhängige, gut recherchierte Beiträge der Leser, Hörer,
Zuschauer unter Umständen politisch etwas bewirken.
Wenn sich bei etablierten Massenmedien zunehmend Nicht-Journalisten beteiligen, zum Beispiel indem sie Fotos schicken, sorgt das für zusätzliche Aufgaben in den Redaktionen
(Nachrecherchen, presserechtliche Klärungen...). Dazu zählt die Moderation der Userbeiträge. Sie steuert die Userdiskussion.
Offene Kanäle, veröffentlichte Leserbriefe, sowie Hörer-/Zuschaueranrufe als Teil laufender Sendungen
können als Vorläufer des User Generated Content angesehen werden. Dem Bügerjournalismus sind sie nur zum Teil verpflichtet.weitere Artikel:
BürgerjournalismusIst das Web 2.0 das Ende des klassischen Journalismus
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